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Meine Reiseberichte

Reisebericht meiner Sizilienreise im Frühjahr 2018

Ich liebe die Sizilianer, ich liebe ihre Lebensfreude, ihre Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit. Die Liebe ist aber nicht so groß, wenn ich mit Sizilianern nach Sizilien fliege. So wie im März 2018. Ich fliege dieses Mal ab Frankfurt/Main. Schon das „Einchecken“ ist anstrengend. Meine mitreisenden Sizilianer drängen sich vor, stellen sich schon eine Stunde vor Einlass in die Schlange, als ob es etwas umsonst gäbe und telefonieren ohne Pause. Sie sind laut und das allerwichtigste Ding auf der Welt ist ...., na, was ist es? Natürlich das „telefonino“. Was machen die Sizilianer eigentlich ohne dieses Gerät? Ich meine, gibt es eine Tätigkeit, die „ohne“ geht? Das geht mir so durch den Kopf, als ich inmitten einer sizilianischen Übermacht auf den Einlass ins Flugzeug warte. Und trotzdem mache ich immer wieder die allernettesten Bekanntschaften, denn mit Sizilianern kommt man ganz einfach ins Gespräch. Und alles, was davor war, ist schon wieder vergessen. Ich sitze neben einem jungen Mann, dessen „mama“ Flugangst hat. Er hält während des Starts ganz fürsorglich ihre Hand, sie wimmert ein wenig, verdreht die Augen, gibt mehrere „mama mia“ von sich, vergräbt ihren Kopf tief in seiner Armbeuge und holt ihn erst wieder vor, als wir hoch über den Wolken sind. Dann aber ist alle Angst im wahrsten Sinn „verflogen“, ihr Redefluss kennt kein Ende. Drei Schwestern wohnen und arbeiten bei Frankfurt, weil es in Sizilien keine Arbeit gibt, ich bin tief in die Familiengeschichte eingebunden. Der Sohn wird auch nach Deutschland kommen, sie aber bleibt in Sizilien, denn in Deutschland regnet es ja immer..... Ich liebe die Sizilianer.
Meinen „giro“ beginne dieses Mal in Avola, dem „Mandelstädtchen“. Ich liebe Avola schon alleine deshalb, weil es bei „da Bruna“ das allerbeste cornetto con pasta di mandorla gibt, das ich kenne – und ich kenne viele. Es ist lauwarm, wie aus dem Ofen gezaubert, die Mandelmasse quillt aus dem cornetto, ist klebrig, verschmiert den sorgsam aufgetragenen Lippenstift, hinterlässt überall Spuren, aber ich verzeihe diesem einzigartigen cornetto alles, ich bin zufrieden und man sieht es mir an....


Die besten cornettis von Sizilien gibt es hier in Avola bei "da Bruna"
Dann beginnt die Arbeit.
Bei Noto entdecke ich durch Zufall einen wunderschönen Agriturismo, absolut ruhig gelegen inmitten einer wunderschönen Natur mit einigen Ferienwohnungen und schön eingerichteten Zimmern. Der Eigentümer Silvio ist etwas im Stress, da gerade Frühstückszeit ist und er bei der Zubereitung mithilft. Dennoch zeigt er mir bereitwillig und stolz das große Areal, auf dem jetzt alles grünt und blüht. Traumhaft schön gelegen ist die Ferienwohnung Nummer 13, etwas abseits von den anderen Zimmern und Wohnungen , unterhalb der Pferdeställe und direkt an einer Wiese mit Ausblick. Silvio erklärt mir, dass die Wohnungen alle keinen Namen, sondern nur Nummern haben, weil so die Organisation einfacher ist. Es gibt sicherlich möchte nicht in eine Wohnung mit der Nummer 13, aber diese Wohnung würde ich trotz der 13 allen anderen vorziehen. Zwar sind alle Zimmer und Ferienwohnungen mit alten, sizlianischen Möbeln geschmackvoll eingerichtet, aber diese Wohnung besticht mit ihrer Lage und ihrer Einrichtung.
Aber auch die anderen Wohnungen und Zimmer, die ich mir anschaue, sind individuell eingerichtet und jedes Zimmer, jede Ferienwohnung hat ihren eigenen Charme. Silvio erzählt mir stolz, dass im Restaurant 80 % eigene Produkte auf den Tisch kommen. Hier wird das Gemüse angebaut, Olivenöl produziert und Obst wie Mandarinen, Apfelsinen, Äpfel, Birnen verarbeitet.



Was für ein Glück, dass ich dieses Kleinod entdeckt habe!
Auch die Casa dell`Ulivo steht auf meinem Programm. Es ist ein familienfreundliches Ferienhaus mit Pool abseits von Noto – ideal für Familien mit Kindern.


Genauso wie die Casa della Pergola und die Casa Limoni. Beide Ferienhäuser sind ganz nahe am Meer, haben einen riesigen Garten mit Spielgeräten und vielen exotischen Bäumen.


Am nächsten Tag reise ich weiter an die Südostküste nach Sampieri, ein kleines Örtchen, das sich in den letzten zwei, drei Jahren so richtig „gemausert“ hat. Am Meer wurden einige Häuser wunderbar renoviert, eine kleine Fußgängerzone ist entstanden und dennoch ist Sampieri noch so richtig sizilianisch geblieben, es wurde behutsam verschönert, glücklicherweise wurde noch nichts kaputt gemacht. Das Wetter ist zwar etwas bescheidener, aber dennochübt das bewegte Meer und der Himmel eine ganz besondere Anziehungskraft aus.

Bei Sampieri schaue ich mir nochmals einen Agriturismo an, den ich schon im Januar besucht habe und der meiner Meinung nach zu den schönsten gehört. Hier wurden zwei neue Ferienwohnungen eingerichtet, die aber leider noch nicht ganz fertiggestellt sind. Trotzdem sehe ich, dass auch diese beiden neuen Wohnungen wieder im viel Geschmack ausgestattet sind. Stefania, die Tochter des Hauses, betreut die Gäste des Hauses mit Charme und Kompetenz. Hier ist man als Gast gut aufgehoben. Ein traumhafter Platz ist dieser Agriturismo, der seit Jahrzehnten auf seinem großen Gelände Kakteen züchtet.



Ich komme am zweitletzten Tag meiner Reise nach Torre Archirafi, wo ich die sehr gepflegten Ferienwohnungen des Resorts Torre Archirafi nochmals anschaue. Francesco, der Eigentümer des Resorts, ein junger, sehr charmanter Sizilianer, zeigt mir geduldig und stolz seine Wohnungen und bedauert, dass die Buchungen im letzten Jahr etwas zurückgegangen sind. Alle wollen von mir wissen, warum. Leider habe ich darauf auch keine Antwort. Natürlich könnte man auf dieser wunderbaren Insel einiges verbessern, zum Beispiel das Müllproblem.


Nach meiner „Inspektion“ fahre ich nach Riposto, dem kleinen Ort gleich neben Torre Archirafi. Ich brauche noch eine Briefmarke für eine Postkarte, die ich nach Deutschland schicken will. Ich versuche ich es im nächsten tabacchino, leider erfolglos. Wenige Meter von der tabacchino weg finde ich die Poste Italiana, was für ein Glück! Es ist 15:30 Uhr, sicher ist die Poste Italiana zu. Doch nein, die Tür ist offen. Ich trete ein, sehe drei Schalter, einer ist belegt. Ich drehe mich vorsichtig um, kein anderer Kunde ist da, ich gehe an einen freien Schalter und frage nach einer Briefmarke. „Una seconda, Signora“ bekomme ich von dem Schalterbeamten zu hören. Dann ruft er über meinen Kopf hinweg einen Mann, der vor der Tür geraucht hat und nun hereinkommt. Der Beamte bedient ihn. Ich trete höflich einen Meter zurück und warte – zwei Schalter sind nun frei. Die Signorina an dem ersten freien Schalter ruft mir nun zu, ich solle ein „biglietto numerato“ ziehen. Suchend blicke ich mich um, sehe einen großen Apparat mit mehreren blinkenden Tasten. Welche Taste soll ich denn für eine Briefmarke drücken? Eine nette Kundin erkennt meine Ratlosigkeit, drückt für mich eine Taste und ich ziehe meine Nummer. Die Signora grinst mich an, ich sage „grazie tanto“ und gehe an den freien Schalter zur Signorina, der ich meinen Wunsch nach einer Briefmarke für eine Postkarte mitteile. Sie steht auf und verschwindet für eine Weile im hinteren Zimmer. Dann kommt sie mit einer – nämlich „meiner“ - Briefmarke zurück. Ich zahle einen Euro und sie fragt mich, ob sie die Briefmarke auf die Karte kleben darf. Überrascht von dem unvermuteten Service nehme ich das Angebot an, wer weiß, wann so ein Angebot wieder kommt! Ich danke und verabschiede mich. Die Signora, die mir an dem „Nummernapparat“ geholfen hat, wirft mir einen vielsagenden Blick zu, wir grinsen beide. Und denken wahrscheinlich das Gleiche. Was für ein Glück, in Italien einen Job bei der Poste Italiana zu haben. Und ich konnte es nicht glauben, aber es ist wahr, den Job kann man sogar an Familienmitglieder bei der Pensionierung „vererben“ – so ist Italien!
Wieder draußen vor der Tür sehe ich ein paar Meter weiter 10 bis 15 Leute vor einem Tor stehen. Neugierig schaue ich, was es denn da so gibt. Es ist das Tor zu einer Arztpraxis. Die Leute stehen Schlange vor der Tür! Was geht es uns in Deutschland gut, denke ich mal wieder wie so oft.


Ich mache noch einen Rundgang durch Riposto, gehe am Hafen vorbei, notiere verschiedene Tipps für Kunden und kehre an meinen Mietwagen zurück. Eigentlich will ich nach Torre Archirafi zurück, lande aber in Giarre am Spätnachmittag – im heftigsten Verkehr. Mir scheint, alles ist auf der Straße, wirklich alles. Es stockt und staut, es hupt und drängt. Trotzdem gelingt es mir, unterwegs zwei knusprige panini zu kaufen und in einer Metzgerei wunderbaren San Daniele. Der Abend scheint gerettet. Doch es herrscht wildes und hupendes Chaos auf der Straße. Endlich sehe ich ein Schild nach Torre Archirafi. Wunderbar, denke ich. Doch schon bei der ersten Möglichkeit, zwei Richtungen zu nehmen, gibt es kein Schild mehr. Ich entscheide mich natürlich für die falsche Richtung. Ich wende den Wagen bei der nächstbesten Gelegenheit und weiß überhaupt nicht mehr, wo ich bin. So ist Sizilien. Ich habe immer das Gefühl, als ob die Straßen ohne Plan, ohne System gebaut worden sind. Genauso geht es mir bei der Beschilderung. Ich stelle mir immer einen Sizilianer mit Rucksack gefüllt mit Schildern vor, der übers Land fährt und die Schilder verteilt. Ohne Plan natürlich. Einfach so.... Die Sizilianer mögen mir verzeihen, aber wir machen uns einen „Zettel“, einen „Plan“, wir schreiben eine „To do Liste“. Was macht der Sizilianer? Er trinkt zuerst mal einen caffè, dann setzt er sich ins Auto, dann fährt er los, steigt aus und diskutiert mit anderen, wie man was macht.
Am 11.04.18 treffe ich morgens noch Andrea Ercolani, einen lizensierten Bergführer, der ursprünglich aus der Schweiz kommt und sich auf Vulkantouren spezialisiert hat. Mit ihm habe ich vor einigen Jahren ganz spontan eine Tour auf den Ätna mitgemacht, was eins der schönsten Erlebnisse für mich in Sizilien war. Es war ein traumhafter Tag, Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und Schnee auf der Kuppe des Ätna. Dieser gigantische Berg hat mich seitdem verzaubert. Ich liebe diesen Berg und mir geht das Herz auf, wenn ich ihn sehe.Andrea treffe ich in Giarre in einer Werkstatt, wo sein Auto gerade repariert wird. Wir setzen uns in eine nahe gelegene Bar, plaudern und tauschen Tipps und Erfahrungen aus. Wer bei Andrea eine Tour buchen will, muss sich früh darum kümmern. Am besten bucht man schon von zuhause aus eine Bergtour mit ihm.
Seine Internetadresse findet man über die links auf meiner Homepage.
Zusammen besuchen wir noch den Palazzo Pozzillo, der von dem sympathischen, den Küchengenüssen überhaupt nicht abgeneigten Schweizer Ehepaar - Zora und Franz – mit viel Liebe geleitet wird. Der Palazzo hat eine ausgezeichnete Lage direkt am Meer mit Blick auf die Küste, auf Taormina und den Ätna. Zora und Franz vermietet wunderschöne Zimmer mit Riesenterrassen und abends kocht Franz und man isst zusammen an dem riesigen Tisch wie eine große Familie – einfach herrlich! Im Sommer findet das cena draußen statt.


Am nächsten Morgen fahre ich zum Flughafen Catania und fliege wieder zurück, nicht ohne einen liebevollen Blick aus dem Flugzeug auf meinen Freund, den Ätna geworfen zu haben.





Reisebericht meiner Sizilienreise im November 2017

Dieses Mal beginne ich meine Tour durch Sizilien in Sciacca, einer kleinen, hübschen Hafenstadt im Süden Siziliens. In Sciacca vermiete ich fünf Ferienwohnungen und ein Ferienhaus in einer ehemaligen Gärtnerei. Das Gelände mit den Gebäuden und dem großen Aufenthaltsraum im ehemaligen Gewächshaus ist schon etwas verwunschen und mit Efeu, Glyzinien, Bougainvilla und vielen anderen mediterranen Pflanzen bewachsen.


Hier wohnen auch die Eigentümer Pascale, eine Französin aus Lille, die mit Salvatore, einem Sizilianer schon seit vielen Jahren verheiratet ist. Die Beiden betreuen ihre Gäste sehr liebevoll und freundlich. Aus dem auch im November noch üppig bewachsenen Garten kann man sich mit frischem Gemüse und Früchten versorgen.
Pascale und Salvatore sind sehr liebenswürdige Eigentümer. Wir verbringen zusammen einen Abend mit einem Gläschen vino rosso aus Sicilia – es könnten auch zwei Gläschen gewesen sein - und die beiden bringen mir sizilianischen Dialekt bei.
Es war ein sehr, sehr lustiger Abend.



Sciacca ist ein lebhaftes Städtchen, das besonders abends aus allen Nähten platzt, weil alles, was laufen kann, „fuori“ (raus) geht. Der Verkehr quält sich durch die Altstadt und durch die Porta Palermo auf die schöne Piazza, wo man ab dem späten Nachmittag frischen Fisch kaufen kann.
Ich kaufe dieses Mal keinen Fisch, dafür aber frische pasta aus eigener Produktion im Geschäft „La Pasta d`Oro“ an der Piazza Don L. Sturzo 18. Sie ist so vorzüglich und preiswert, dass ich gleich am nächsten Tag wieder pasta in einer anderen Variante ausprobiere – auch „buonissimo“. Die beiden Frauen an der Theke, Mutter und Tochter, kennen mich schon, bedienen sehr freundlich und haben nichts dagegen, dass ich ein Foto von ihnen mache.



Hervorragend ist auch der arancino „modo di me“ in der salumeria gastronomica „Buon Sapore“ in der Via Cappuccini 20. Leider muss ich am nächsten Tag so früh weg, dass ich den zweiten arancino auf diese Weise verpasse, da das Geschäft so früh noch geschlossen ist. Das ist sehr schade, denn ich liebe diese sizilianischen Reisbällchen mit den unterschiedlichen Füllungen.
Dafür frühstücke ich hervorragend mit einem heißen capuccio und einem frisch gebackenen, duftenden cornetto im „Dolci Sapori“ in der gleichen Straße Nummer 33. Wieder mal eine Adresse, die ich selbst mehrfach ausprobiert habe und gerne an meine Kunden weitergebe.
Im übrigen kann man immer in die Bars gehen, wo viele Einheimische hingehen – da, wo viele alte Männer davor oder drin sind, ist es oft am besten, fragen Sie mich nicht, warum.....

An der Südküste Siziliens darf man sich die Tempelanlage von Marinella di Selinunte auf keinen Fall entgehen lassen. Die Tempel stehen direkt am Meer und sind zu allen Jahreszeiten, bei Regen und Sonnenschein, am Morgen und am Abend einfach einzigartig und beeindruckend.



Auch an der Scala dei Turchi - der „Treppe der Türken“ kommt man nicht vorbei. Sie ist ein aus Mergel bestehender Felsen bei der Gemeinde Realmonte. Strahlend weiß ist diese Treppe bei Sonnenschein zu einer Touristenattraktion geworden.



In Marinella di Selinunte sehe ich einen Gartenzaun, bei dem die Zaunpfähle nach sizilianischer Art befestigt wurden, einfach und genial, schauen Sie selbst:



Sizilianer sind Meister in der Improvisation. Oft fehlt das nötige Geld, aber an Ideen fehlt es ihnen nicht ....

Ein neuer Agriturismo in meinem Angebot ist die „Case di Latomie“ – ein sehr gepflegter Agriturismo bei Selinunte, der ein ganz aromatisches Olivenöl produziert. Ein junger Mann stellt mit wahrer Leidenschaft „seine“ azienda und das gute Olivenöl vor. Er macht das so wunderbar, dass ich auch hier frisch gepresstes Olivenöl kaufe. Die Azienda mit ihrem spa-Bereich und dem Restaurant mit Wintergarten hat mich überzeugt.



Auf der Weiterfahrt schaue ich mir den wunderschönen Sandstrand mit den weißen Felsen des dort ansässigen Agriturismo Torre Salsa, in dem ich auch Ferienwohnungen vermiete und den Strand von Minoa Eraclea an. Beide Strände gehören meiner Meinung nach zu den schönsten Stränden Sizilien.



Diese Strände sind jetzt menschenleer, aber auch in der Hochsaison kann man hier baden, ohne sich tot zu treten. Leider haben die Sizilianer auch hier ihre Restaurants und Bars am Strand nur flüchtig zugenagelt und vieles hinterlassen, ohne richtig aufzuräumen. Sie müssen auf der Flucht gewesen sein und haben ihr Leben in letzter Sekunde vor irgendetwas ganz schrecklichem retten müssen, so jedenfalls sieht der Strand aus. Aber vielleicht haben sie einfach nach einem anstrengenden Sommer und nach der Hochsaison keine Lust mehr gehabt, den Müll zu entsorgen, die letzte Liege ins Winterquartier zu bringen und den kaputten Stuhl zu entsorgen. Tatsache aber ist, dass auf mich ein Strand mit Plastikmüll keinen guten Eindruck macht. Das müsste auch den Sizilianern klar sein. Schade für diese schöne Insel, denke ich wie so oft schon.



Dafür ist „mein“ Agriturismo Torre Salsa perfekt gepflegt. Ich genieße die Ausblicke auf das Meer und die traumhafte Küste, die Ruhe, die kleinen Kätzchen, die umherflitzen und schaue mir das Restaurant mit der Sonnenterrasse an, das von einem jungen, engagierten Sizilianer gepachtet wurde. Er erzählt mir, was er kocht, wie er kocht, er erzählt von seinen Ideen und seinen Augen sehe ich die Begeisterung an. Ich wünsche ihm viele, nette Gäste, die seine Kochkünste genießen.


Die nächste Station ist eine Azienda Agricola bei Agrigento, ganz nahe am Tal der Tempel. Gegenüber der Azienda und dazu noch hoch auf einem Hügel mitten in einer wirklich guten Wohngegend thront eine leider nur halb zerfallene oder nur halb fertig gebaute Fabrik mit viel Müll. Zwischendrin wächst wilder Spargel, wilder Fenchel, also alles, was gut schmeckt. Und wieder sehe ich diese hässliche Seite von Sizilien. Sehe nur ich diese Seite. Wo schauen die Sizilianer hin??

Die Azienda agricola „Fattoria Mosè“ macht dafür aber alles nochmals wett. Chiara, die Eigentümerin der Azienda, führt mich durch ihr „Schloss“ und zeigt mir den Garten mit dem Pool. Ich würde mich nach zwei Wochen hier immer noch verirren, so viele Zimmer, so viele Treppen, so viele Flure gibt es hier. Ich bewundere Chiara, die diese große Azienda Agricola führt und für den Erhalt des riesigen alten Gebäudes alleine verantwortlich ist. Ich kaufe bei ihr Mandeln, Pistazien von eigenen Bäumen und selbst gemachte Marmeladen, ich fühle mich gleich wohl bei Chiara, so, als ob wir uns schon viele Jahren kennen würden.



Am späten Nachmittag fahre ich weiter nach Marina di Ragusa, diesem für sizilianische Verhältnisse sehr gepflegten Städtchen mit tollem Sandstrand, einer immer belebten Piazza und dem wunderbaren Caffé delle Rose, wo ich bei granita, gelato und dolci immer schwach werde. So auch dieses Mal. Auch hier begrüßt man mich nach sizilianischer Art wie eine alte Bekannte, sehr herzlich – und das tut ja so gut.
Ich bestelle ein Glas Ferrari und warte auf einen Kunden, dem ich für 4 Wochen die Villa Calipso in Donnalucata direkt am Meer vermietet habe.



Er möchte von mir noch einige Tipps haben. Ich lade ihn zu einem Glas Grodino ein und er staunt, als wir „stuzzicchini“ bekommen, die die halbe Theke einnehmen.
Mein Kunde trinkt, genießt die stuzzicchini, trinkt noch ein Gläschen und greift nochmals zu. Wir sind gut gelaunt trotz des heftigen Regengusses, der draußen runtergeht und die sizilianischen Straßen und Plätze wieder in halbe Schwimmbäder verwandelt. Gullis gibt es in Sizilien – manchmal, manchmal auch nicht und wenn es sie gibt, sind sie oben, weil das Wasser in Sizilien nicht runter, sondern den Berg rauf fließt, oder sie sind zugeteert oder verstopft. Aber in Sizilien regnet es ja nicht, wozu braucht man dann Gullis???

In der Gegend um Ragusa bin ich einige Tage, um neue Ferienhäuser und Luxusvillen anzuschauen. Diese Gegend ist wunderschön, auch wenn es manchmal regnet, wenige Minuten danach scheint wieder die Sonne und meist sind es um die 20 Grad.
Traumhafte Ferienvillen finde ich hier einige. Die Villa Malizie und die Villa Karrua sind zwei von den schönsten Villen hier in dieser Gegend.




Nach der Südostküste fahre ich in den Nordosten. Im kleinen Ort San Giorgio bei Patti besuche ich das Baglio Ruffo, eine Azienda, die von einem riesigen, wunderschön bewachsenen Gelände umgeben ist, auf dem Oliven-, Orangen-, Zitronen-, aber auch Avocadobäume und viele andere exotische Pflanzen gedeihen. Mary, eine junge Sizilianerin, die in Deutschland aufgewachsen ist, betreut hier die Gäste mit viel Engagement und Liebe zu ihrer Insel. Es gibt kaum einen Wunsch, den sie den Gästen nicht erfüllt.

Von hier aus kann man Ausflüge nach Tindari, in den Parco di Nebrodi - dem reizvollen Hinterland - oder auf die Liparischen Inseln machen. Schnellboote verbinden die Liparischen Inseln mit dem Festland von Milazzo aus. In der Hochsaison fahren diese Boote auch vom neuen Hafen in Capo d`Orlando aus.

Meine Reise endet in der letzten Novemberwoche. Auch dieses Mal hatte der Wettergott wieder ein Einsehen und bescherte noch sonnige, warme Tage in Sizilien. Ich kehre wieder mit etwas Wehmut nach Deutschland zurück.




Meine Reise nach Sizilien im Juni 2016

Am 23. Juni 2016 fliege ich wieder mal auf „meine“ Insel mit einem vollen Terminplan – aber auch der kann meine Vorfreude nicht mindern.
Das Flugzeug nach Comiso startet sehr früh am Morgen und ich freue mich, dass der Flug ruhig und die Sicht über den Alpen wunderschön ist. Wir kommen planmäßig an, das Wetter ist gut und der ganz Tag liegt vor mir, so dass meiner ambitionierten Terminplanung und dem ersten Treffen bei Catania nichts im Wege stehen dürfte – so jedenfalls denke ich noch, als ich mit meinem Koffer erwartungsvoll in der Halle des Flughafens in Comiso stehe.
Das Büro des Mietwagenanbieters ist außerhalb des Flughafengebäudes und ich werde mit einigen anderen Kunden per Shuttle zur Hertz-Autovermietung gebracht. Dort wartet schon eine lange Schlage vor der Tür des Büros. Nun gut, ich reihe mich geduldig in die Schlange und warte. Mütter mit Babys, Mütter mit kleinen Kindern, Mütter mit größeren Kindern, Ehepartner, Freunde, Bekannte der in der Schlange Wartenden stehen auf dem Gelände, die Schlange wird nicht kleiner, im Gegenteil, es kommen immer mehr Menschen hinzu. Die Sonne scheint schon recht kräftig und so langsam wächst bei vielen die Ungeduld und der Ärger. Für die meisten hat der Urlaub schon begonnen, nur wenige sind wie ich geschäftlich nach Sizilien gekommen. Aber für alle ist die Zeit kostbar.... ich warte 50 Minuten bis ich endlich mal einen Fuß in das Büro setzen und sehen kann, was dort vor sich geht. Es gibt zwei Schalter – und die beiden Damen lassen sich bei den Förmlichkeiten Zeit - kein Wunder, dass die Wartezeit so lange ist. Es laufen zwar einige Mitarbeiter auf dem Gelände herum, aber auf die Idee, weitere Schalter einzurichten, ist man hier wohl noch nicht gekommen. Ich denke: „Typisch Sizilien!“ Man weiß zwar, wann ein Flugzeug ankommt, aber hier hat man Zeit. Trotzdem sind viele Kunden schon jetzt leicht genervt .
Nach über einer Stunde Wartezeit nehme ich einen sauberen, fast neuen Fiat 500 in Empfang und fahre von Comiso über Chiaramonte Gulfi nach Catania durch wunderschöne Landschaften. Sofort bin ich wieder besänftigt und nehme Sizilien mit all meinen Sinnen auf.
Bei Catania treffe ich Matilde, die Eigentümerin eines schönen Agriturismo, den ich mit seinen vier Ferienwohnungen schon länger im Angebot habe. Die Wohnungen sind sehr gepflegt und mit Liebe eingerichtet. Zwischenzeitlich hat Matilde auch einen großen Pool bauen und die Außenanlage sehr schön anlegen lassen. Stolz zeigt sie alles und ich bin sehr beeindruckt, wie sie mit viel Geschmack und Ideen für die Gäste ein tolles Ambiente geschaffen hat. Nachdem Matilde mir auch den kleinen Gemüse- und Kräutergarten, in dem sich auch die Gäste bedienen können, den neuen Grillplatz und den Pool mit einem weißen Pavillon gezeigt hat, verabschiede ich mich. Diesen Agriturismo kann ich reinen Gewissens empfehlen.



Der neue Pool im Agriturismo von Matilda

Meine Fahrt geht nun weiter durch Brucoli, einem kleinen Fischerörtchen, zu dem nächsten Agriturismo.
Es ist ein Bio Agriturismo bei Augusta, der von Alfredo im Ruhestand mit Leidenschaft und Liebe zu seiner Heimat geführt wird. Sehr schön, sehr gepflegt, eine Insel der Ruhe...
Gegen Abend erreiche ich die Tenuta Palmeri etwas außerhalb von Avola, wo ich schon von Benno und Carmelo erwartet werde.
Die Tenuta mit ihren vier Ferienwohnungen ist gleichzeitig ein wunderbarer Ferienort, an dem man sich vom Alltag erholen kann, aber auch ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Weinbergen, Oliven-, Zitronen-, Orangen- und Mandelbäumen.




Von der Tenuta Palmeri hat man einen schönen Blick auf das Meer

Das Gut Palmeri diente vor dem Erwerb durch die jetzigen Eigentümer der Familie Lutri während 200 Jahren als Wohnsitz. Der landwirtschaftliche Hof bestand damals aus einem Haupthaus für die Gutsfamilie, sowie mehreren kleineren Gebäude welche einerseits als Behausungen für die Bediensteten und andererseits als Stallungen für Pferde und andere Tiere dienten. Das Haupthaus wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhundert neu gebaut und wird heute noch also solches benutzt. Ein Teil der kleineren Gebäude wurden zwischen 2005 und 2008 zu Ferienwohnungen umgebaut. Weitere Gebäude wurden im Originalzustand belassen und strahlen sehr viel Charme aus. Auf der Tenuta, zu der 7 Hektar Land gehören, wurden Jasminblüten für die Parfumherstellung geerntet, aber auch Zitronen, Orangen, Oliven und Mandeln wurden angebaut.



Der Pool in der Tenuta Palmeri .....

Seit dem Kauf des Gutes durch die heutigen Besitzer wurden mehr Olivenbäume angepflanzt. Vor allem aber wurde ein großer Teil des brachliegenden Landes mit Weinreben bepflanzt. Im Sommer – etwas früher als bei uns - werden die Trauben nach der Lese in der Tenuta gekeltert und zu besten Weiß- und Rotweinen sowie hervorragendem Grappa verarbeitet.
Orangen, Mandeln, Zitronen und Granatäpfel wachsen weiterhin auf dem Gelände und werden jährlich in kleinen Mengen geerntet.
Den Namen "Palmeri" umranken viele Legenden. Eine davon besagt, dass in Folge eines schlimmen Krieges die Friedensverhandlungen an eben diesem Ort stattfanden. Zum Abschluss dieser Verhandlungen, so besagt es die Legende, wurde ein Palmenzweig übergeben.

Auf der Tenuta wird am nächsten Tag „salsa“ zubereitet. Das ist eine Tomatensoße, die man hier in Sizilien in fast jeder Familie zu der Zeit macht, in der die Tomaten am besten, billigsten und aromatischsten sind. 300 Kilo Tomaten der Sorte Marinda werden in aller Frühe geliefert und in großen Bottichen gewaschen und zum Kochen auf großen Gasbrennern vorbereitet. Hinzu kommt jede Menge frisches Basilikum, rote cipolle (Zwiebeln) aus Tropea, etwas Salz und peperoncini. Danach wird die salsa pariert und nochmals gekocht. Die sizilianischen Arbeiter schaffen den ganzen Tag bei brütender Hitze, unterhalten sich über die Fußball-EM (Italia vince – no, Germania vince – sage ich....) und vor allem über das gute Essen in Sizilien, lachen viel und sind einfach „gut drauf“. Gegen Mittag wird die Arbeit kurz mit einem Spaghetti - Essen unterbrochen. Eigentlich ist der ganze Tag ein großes Fest, das mit gerilltem Fisch der besten Sorte und mit einem Bad im Pool der Tenuta lustig endet. Ich denke, die Fotos sprechen für sich......
Übrigens: diese Tomatensalsa ist so gut, dass man sie trinken kann...



Salsa nur mit besten Zutaten wie pomodori Marinda, cipolle aus Tropea, jede Mene frisches Basilikum, etwas Salz und peperoncini

Am Wochenende fahre ich weiter nach Marina di Ragusa, wo ich abends auf der schönen Piazza ..Duca degli abbruzzi“ ein Fußballspiel unserer Fußball-Elf anschaue. Man kommt sehr schnell in Kontakt mit den anwesenden Italienern, mit den Deutschen sowieso, denn wie haben ja ein gemeinsames Ziel, nämlich dass Germania gewinnt. Das allerdings wollen die Italiener verständlicherweise überhaupt nicht hören.
Marina di Ragusa ist mit der kleinen Piazza, dem Cafe delle Rose, der langen Strandpromenade und dem feinen Sandstrand für mich ein sehr angenehmer Ferienort.
Bestellt man im Cafe delle Rose ein Glas Sekt oder auch ein alkoholfreies Getränk bekommt man hier sogenannte „stuzzichini“. Ich behaupte, dass man sich richtig satt essen kann mit diesen stuzzichini.
Die Gegend um Marina di Ragusa ist für sizilianische Verhältnisse sehr sauber und gepflegt und ideal als Ausgangspunkt für Besichtigungen der Barockstädte wie Ragusa, Modica und Scicli, auch Noto und Siracusa sind gut zu erreichen.



Der lange und gepflegte Sandstrand von Marina di Ragusa

Ein Novum in meinen Angeboten und ein absolutes Highlight ist die Villa Diana bei Marina di Ragusa. Ideal für eine große Familie mit Großeltern, Tanten usw., für mehrere Familien und auch für Gruppen. Diese Luxusvilla ist ein Traum....



Auf dem Rückweg komme ich in der Nähe der Villa Diana an einer panificio vorbei, in der ich mir schnell noch etwas trink- und essbares mitnehme. Nicht widerstehen kann ich den hausgemachten biscotti in mehreren Geschmacksrichtungen – sündhaft gut!!!
Am 30.06. fahre ich in aller Hergottsfrühe wieder zur Autovermietung, frühstücke unterwegs in Comiso noch italienisch, d.h. mit einem frischen cornetto und einem espresso, gebe problemlos meinen Mietwagen ab und werde mit anderen Urlaubern zum Flughafen gebracht. Eine Woche Sizilien mit vielen Terminen, aber auch mit vielen neuen Eindrücken geht wieder zu Ende.



Reisebericht meiner Sizilienreise vom 28. Februar 2016 bis 06. März 2016

Am 28. Februar fliege ich wieder nach Sicilia. Dieses Mal geht es nur an die Nordküste, denn bei meinen vielen Besichtigungsterminen reicht eine Woche leider nur für die Nordküste.
Meine Wetter-App hat für die ganze Woche schönstes Wetter mit Temperaturen zwischen 16 und 19 Grad versprochen. Darum ist mein Koffer gefüllt mit lauter Frühlingssachen, neuen Turnschuhen und ich freue mich sehr auf das schöne, warme Wetter. Der Flug ist ruhig und entspannt. Kurz vor der Landung sehe ich am Fenster Wasserschlieren. „Kann ja gar nicht sein. Woher kommt das Wasser?“, denke ich. Nach dem obligatorischen Applaus der Passagiere nach der geglückten Landung steige ich aus dem Flugzeug und draußen erwartet mich Regen.... Na ja, auch in Sizilien kann es ja mal regnen. Mein Koffer ist auch angekommen „wie schön“, denke ich, packe alles zusammen, erledige den notwendigen Schreibkram mit dem Mietwagen und hole meinen kleinen Mietwagen, einen praktischen Fiat Panda auf dem Parkplatz ab. Es windet und ist richtig ungemütlich. Inzwischen ist es schon dunkel geworden. Die erste Übernachtung habe ich in Castellammare del Golfo gebucht. Wie üblich sind die Straßenmarkierungen auf dieser Insel nicht vom feinsten. In der Dunkelheit und bei dem starken Regen sieht man nur sehr schlecht. Spät aber trotz aller Widrigkeiten komme ich gut in der kleinen albergo in Casellammare del Golfo an. Am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück mit selbstgebackenem Kuchen habe ich den ersten Termin mit einem jungen Sizilianer, der mir sein Ferienhaus bei Alcamo und eine Ferienwohnung am Strand von Castellammare zeigt. Francesco fährt mit mir viele Abkürzungen, die nur ein Einheimischer kennt. Die „Straßen“ sind so, wie sie in Sizilien halt nun mal überall sind, krumm, buckelig, steil, abgebrochen und übersät mit Schlaglöchern. Francesco erklärt mir mit tiefster Überzeugung, dass die Straßen in Sizilien deshalb so schlecht sind, weil es in Sizilien so viele „collini“ (Hügel) gibt und die Straßen deshalb „rauf und runter“ gebaut werden müssen. Die collini hätten wir in Deutschland schließlich nicht, da sei es ja ganz platt. Und außerdem ist es in Sizilien ja immer sehr heiß und darunter leider der Asphalt und in Deutschland sei es immer kalt – aha, jetzt habe ich endlich die Erklärung für die vielen Schlaglöcher auf den sizilianischen Straßen. Ich erwidere nichts, mir hat es irgendwie doch die Sprache verschlagen bei dieser Argumentation.



Castellammare del Golfo

Am nächsten Morgen gehe ich vom Hotel noch kurz durch die neue, kleine Fußgängerzone von Castellammare ans Meer. Unterwegs sehe ich einen Gemüsestand, der gerade aufgebaut wird. Unglaublich große Fenchelknollen, Blumenkohl und wunderbar frisches Gemüse werden dort angeboten – man bekommt Lust zum Kochen, doch leider drängen meine Termine....



Dicke Fenchelknollen in Castellamare del Golfo

Am frühen Abend geht es weiter nach San Giorgio zu einem Agriturismo. Hier erwartet mich Mary, die die Vermietung der vier Ferienwohnungen und des Ferienhauses in diesem wunderschönen Anwesen mit viel Liebe und Leidenschaft managt. Sie kümmert sich um mit sizilianischer Herzlichkeit um das Wohlergehen der Gäste. Dass sie in Deutschland groß geworden ist und die Sprache perfekt spricht, kommt ihr bei dem Job sehr entgegen. Sie ist für mich inzwischen eine ganz liebe Freundin geworden. Wir schauen gemeinsam die Wohnungen an, besprechen die Mietpreise, die geplanten Renovierungen und Änderungen. Alle Wohnungen werden jedes Jahr frisch gestrichen und für die Gäste liebevoll hergerichtet.



La Pagliera - Ferienwohnung mit traumhafter Aussicht auf das Meer


Blick auf die Liparischen Inseln

Am Nachmittag fährt Mary mit mir nach Patti, weil der Reißverschluss des Innenfutters meiner Handtasche kaputt ist. Mary führt mich zu einer Schuhmacherei, wie ich sie noch nie in meinem Leben gesehen habe. Ich komme in zwei sehr hohe Räume, vollgestopft mit allem, was man nur annähernd mit einer Schuhmacherei in Verbindung bringen kann. Ich staune und staune. Mitten in dem (für den Handwerker sicher geordneten) Chaos sitzt der alte Schuhmacher freundlich lächelnd, ruhig und fleißig arbeitend und neugierig, was die tedesca in seiner Schuhmacherei will. Sein Sohn Fabio arbeitet inzwischen auch bei ihm im Geschäft. Die Schuhmacherei gibt es schon über 100 Jahre, hier trifft man sich auf ein Schwätzchen, auch wenn die Schuhe nicht kaputt sind. Mein Reißverschluss wird innerhalb von zwei Minuten repariert, ich muss nicht einmal den Inhalt meiner Tasche leeren (was ohnehin der Alptraum jeder Frau ist). Sono entusiasta – ich bin begeistert. Zuhause hätte ich wochenlang nach einem Schuhmacher gesucht, der fähig gewesen wäre, meine Tasche zu reparieren. Ob diese Reparatur dann wirtschaftlich noch sinnvoll gewesen wäre, bleibt fraglich. Der Schuhmacher aus Patti wollte noch nicht mal etwas für die Reparatur haben.....



Diese Schuhmacherei in Patti vergesse ich nie!!!

Am darauffolgenden Tag habe ich einen Besichtigungstermin auf der Insel Lipari. Die Liparischen - auch Eolischen – Inseln genannt, sieht man von der Nordküste aus meistens sehr gut – sie sind zum Greifen nah. In Wirklichkeit sind sie aber ganz schön weit entfernt. Wenn das Meer dann auch noch „mosso“ oder „agitato“ ist, wird die Überfahrt länger, als einem lieb ist. Am schnellsten geht es mit einem „aliscafi“, einem Schnellboot von Milazzo aus. An diesem Tag sind Wetter und Meer grenzwertig, es gießt in Strömen mit kleinen Pausen dazwischen, aber die alsicafi fahren dennoch. Vorsichtshalber kaufe ich in einer farmacia Reisetabletten. Die Überfahrt dauert fast eine Stunde, ist aber trotz mare mosso kein Problem. An der Anlegestelle erwartet mich Sonnenschein und ein Signor, der vom Eigentümer der Ferienwohnung mit meiner Abholung beauftragt wurde. Er winkt mir lebhaft zu, begrüßt mich wortreich und reicht mich gleichzeitig nicht minder wortreich an einen jungen Sizilianer weiter, der mich zur Wohnung begleiten soll, weil er selbst einen anderen Termin hat. Kein Problem für mich. Ich steige in das verstaubte, klapprige Auto des jungen Sizilianers. Kaum sitze ich drin wird mir klar, dass ich mal wieder einen ganz festen Vorsatz gebrochen habe. Ich wollte ja nie, nie wieder in das Auto eines Sizilianers steigen. Gleich nach den ersten Metern wird mir klar, dass das ein Fehler war. Ich fahre selbst sportlich, wenn ich am Steuer sitze, aber ich bin ein ganz schlechter Beifahrer. Ich versuche krampfhaft so zu tun, als wäre alles in bester Ordnung., schaue nicht geradeaus, sondern nur seitlich aus dem Fenster. In die wunderschöne Landschaft von Lipari. Bisweilen hasche ich bleichgesichtig und unsinnigerweise nach dem Türhaltegriff. Ich wusste nicht, dass die Straße nach Acqua Calda auf dieser kleinen Insel Lipari soooo lang ist. Mein Begleiter kennt schätzungsweise jeden zweiten Bewohner dieser Insel. Er hupt, fuchtelt mit den Armen, kurbelt das Fenster runter, begrüßt, lacht, schreit, erzählt kurz den neuesten Klatsch und – man glaubt es nicht – fährt nebenbei noch Auto – und ich sitze in diesem Auto, santo cielo!! Nach einer Haarnadelkurve an der Steilküste hält mein junger Begleiter an, weil er bei einem Freund noch etwas abgeben muss. Auch ich steige aus und nutze die wenigen Minuten, um meine Gesichtsfarbe wieder etwas rosiger scheinen zu lassen. Mein Begleiter gönnt mir nur wenige Minuten. Ich bin gerade beim Fotoschießen, als mein sizilianischer Chauffeur mir etwas zeigen will. Er geht etwa zehn Meter von der Straße seitlich nach unten und zeigt mir lachend eine vor zehn Jahren „abgebrochene“ und ins Meer gerutschte Kurve. „Das war der Nordwind“ erklärt er mir. Erstaunlich, was der Wind hier so alles kann... Immerhin haben die Überlebenden ein Zäunchen und ein Altärchen gebaut – und sie haben eine neue Straße zehn Meter vor der abgebrochenen Straße entfernt gebaut – die vertraut darauf, dass nur noch ein Lüftchen aus dem Süden weht – aber schließlich ist ja noch das Altärchen da .... Ich mache Fotos, die aber die Realität nicht wiedergeben können. An dieser Stelle ist es soooo steil. Wir Deutsche hätten die Überreste der Straße schon lange entsorgt, nicht so die Sizilianer, sie setzen andere Prioritäten – und das ist gut so.



Da stockt einem der Atem bei dieser "abgebrochenen" Straße .....



Dafür wurde aber diese Gedenkstätte errichtet...........

Mein sizilianischer Chauffeur weiß aber noch viel mehr, er erklärt, warum nach Regenfällen die Straßen so oft durch Erdrutsche unbefahrbar werden. Daran sind die Byker und die Touristen (das Wort „deutsch“ verschluckt er) schuld, die unbedingt zu Fuß über Lipari laufen müssen. Im Sommer wird vom Radeln und Wandern die trockene Erde gelöst und bei Regen auf die Straße geschwemmt. So, jetzt weiß ich`s. Wir sind daran schuld, die Touris! Mir bleibt mal wieder die Sprache weg. Mein Sizilianer fährt mich freundlicherweise mit seinem Auto überall hin, wirklich überall – er steigt nie aus, aber er lässt michwenigstens aussteigen. Und wartet mehr oder weniger geduldig. Dabei fährt er so nah wie möglich an alles ran, an die alte Kirche, an den Aussichtspunkt, an die Bar.... Deshalb gibt es in Sizilien auch so gut wie keine Bürgersteige., hier hat man ja ein Auto, wozu braucht man dann Bürgersteige..



In Capo d`Orando besichtige ich am nächsten Tag ganz puristisch gebaute, modern eingerichtete Villen mit einem Infinity-Pool und einem traumhafen Blick auf die Liparischen Inseln. Sehr edel und sehr schön...



Traumvilla mit herrlichem Blick in Capo d`Orlando

Die übrigen Tage vergehen wie immer im Flug. Neue Villen, neue Wohnungen, Vertragsverhandlungen, „alte“ Häuser wieder anschauen, was hat sich geändert, ist alles noch in Ordnung.....
An einem Abend lade ich Mary zu einem typisch sizilianischen Essen ein. Es gibt Couscous mit Fischsuppe – einfach köstlich. Mary erzählt viel, erzählt von der Mafia, von den hohen Steuersätzen, von der Arbeitslosigkeit, den normalen Gepflogenheiten der sizilianischen Arbeitgeber, die ihre Arbeiter in den Wintermonaten entlassen, weil es nichts zu tun gibt – wohlgemerkt ohne eine finanzielle Unterstützung des Staates oder des Arbeitgebers. Trotz des hervorragenden Essens und des guten Rotweins werde ich von den Erzählungen immer trauriger. Was geht es uns doch so gut.!!! Ich frage mich nur immer, woher die Sizilianer trotz allem die gute Laune nehmen.
Samstag fahre ich nach einem Geschäftstermin in Palermo langsam quer durch das Hinterland der Insel in Richtung Trapani. Es windet immer noch sehr stark, ab und an fallen auch ein paar Tröpfchen, aber dennoch begeistern mich diese wunderschöne Landschaft, die Farben, die Frische, die Fülle, das Licht – was für ein Schatz ist diese Insel und wie wenig machen die Sizilianer daraus. Aber vielleicht ist das auch gut so. Wenn nichts erneuert wird, kann auch nichts verdorben werden.



Idylle im Baglio Nuovo

Unterwegs entdecke ich durch Zufall und wegen meiner ewigen Neugierde das Baglio Nuovo bei Fulgatore. Das Baglio ist eine Häuseransammlung auf einem Hügel bei dem kleinen Ort. Hier sind die Eigentümer gerade dabei, fünf kleine Ferienwohnungen mitten auf dem Land zu bauen. Der große Pool ist schon fertig. Es riecht würzig nach Schafen, Pferden, Eseln, -zig Hunde laufen umher, wer Erholung sucht, ist hier richtig. Der Eigentümer hat eine eigene caseificio und abends steht er in seinem ristorante und bäckt pizzen. Leider muss ich weiter, denn sehr gerne hätte ich seine Kochkünste ausprobiert. Wir verabreden, dass ich wiederkomme, wenn die Wohnungen fertig sind – eventuell kommen wir ins Geschäft.

Sonntagmorgen ist mein letzter Termin mit Silvio, einem Sizilianer, der in Bonagia, einem kleinen Dorf bei Trapani, zwei kleine Ferienwohnungen anbietet. Nun hat er eine dritte Wohnung renoviert und – wie er meint – bezugsfertig gemacht. Er bringt mir zu unserem Termin feinste biscotti aus Trapani mit. Bei frischen biscotti werde ich immer schwach. Trotzdem muss ich ihm freundlich sagen, dass er vor der Vermietung noch etwas aufräumen muss. Die Vorstellungen der Sizilianer sind in vielem doch etwas anders ... Aber Silvio ist willig. Er pflückt noch schnell von den üppig tragenden Mandarinen- und Orangenbäumen einige Früchte und schenkt sie mir. Gern würde ich von Sizilien noch sehr viel mehr mitnehmen, aber mein Koffer hat mal wieder sein bezahltes Gewichtslimit erreicht.
Ich fahre zum Flughafen Birgi, gebe meinen kleinen Fiat Panda ab und lasse das Übliche über mich ergehen.

Nach einer Woche fliege ich zurück, nicht nur der Koffer ist voll, die Eindrücke sind in meinem Kopf, die Gedanken gehen zurück zu dem Menschen, die ich wieder gesehen habe, die mir inzwischen fast Freunde geworden sind, und zu dem Menschen, die mir neu begegnet sind. Eine Woche mit vielen Eindrücken geht zu Ende.....




Sizilienreise Februar 2014

Am 01. Februar 2014 fliege ich pünktlich um 14:15 in Frankfurt bei strömendem Regen ab. Das Wetter in Sizilien soll momentan auch nicht besonders gut sein – mein I-phone zeigt mir an: „Catania, 15 Grad und Nieselregen“. 15 Grad sind ja okay, aber Nieselregen habe ich zuhause auch. Sehr schade, denn ich freue mich auf Sizilien, freue mich, endlich wieder den Ätna zu sehen und der ist mit seiner weißen Schneehaube einfach schöner bei strahlend blauem Himmel als bei Nieselregen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin Optimist und ab Sonntag scheint die Sonne in Sicilia, basta!
Das Flugzeug ist rappelvoll. Voller Sizilianer, einige quirlige Kleinkinder, die Sizilianer dick vermummt mit Mützen, warmen Mänteln – denn hier in Deutschland ist es ja für sizilianische Verhältnisse bitterkalt – 3 Grad plus! Es dauert lange bis jeder seinen Platz hat, bis manch kleiner Sizilianer sein Gepäck verstaut hat und seine dicke Jacke unter den Sitz gestopft hat. Wir starten. Die Wolkendecke ist dicht, aber darüber scheint die Sonne -­ che bello! Ich gönne mir einen Piccolo.
Heute Abend werde ich in meinem „Lieblings-­Agriturismo“ übernachten – in der Casa di Pippinitto in Santa Venerina am Osthang des Ätna. Ein Agriturismo mit einem wunderbaren Namen, mit einem kleinen Ferienhaus, einer Wohnung und vier großzügigen Zimmern, alles mit viel Geschmack renoviert, mit Bedacht möbiliert und viel Liebe ausgestattet. Ein einfaches, aber sehr gutes Frühstück wartet morgens im Wintergarten des Agriturismo auf die Gäste, frische panini, Obst je nach Jahreszeit aus dem Garten, hervorragende selbstgemachte, aromatische Marmeladen, Eier von glücklichen Hühnern..... und alles mit ruhiger Freundlichkeit serviert von Cesare, dem Eigentümer, einem großen, schwarzgelockten Sizilianer mit dunkelbraunen Augen.....
In etwa zwei Stunden landen wir in Catania – meine Woche in Sizilien habe ich nach deutscher Art geplant und durchterminiert. Ich schaue die Ferienhäuser und Ferienwohnungen an, die ich bereits anbiete, aber ich bin auch auf der Suche nach neuen Objekten an der Ostküste.
Das Flugzeug landet sanft, alle klatschen, glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ich behaupte mal ganz dreist, dass etwa 95 % der Fluggäste (Sizilianer) sofort mit ihrem Handy telefonieren. Das Wetter in Sizilien ist noch schlechter als befürchtet. Es nieselt nicht, es gießt in Strömen, ein starker Wind weht. Nun gut, am Wetter kann man ja bekanntlich nichts ändern. Mein Koffer ist auch in Sizilien angekommen, was für ein Glück. Ich gehe durch die Zollkontrolle in das Flughafengebäude.

Ein roter Eimer in der Halle fällt mir sofort auf – ja, so kenne ich Sizilien.



Auf Regen ist man hier nicht eingestellt. Hier ist das Wetter ja immer schön – es regnet durch das Dach der großen Flughafenhalle in Catania – fa niente – kein Mensch regt sich auf, keinem außer mir fällt der rote Eimer auf. Außerdem scheint morgen sowieso wieder die Sonne.
Nach einigen Schwierigkeiten mit meinem Mietwagenanbieter – er bietet mir Versicherungen an, die ich schon habe -­ finde ich bei strömendem Regen und starkem Wind auf dem Parkplatz den Mietwagen , ein kleiner, wendiger Fiat. Mein alter Knirps hat sich beim ersten Windstoß schon ergeben, das Gestänge ist nur noch halb so groß, aber für meinen Kopf reicht es allemal. Ich lade bei strömendem Regen und peitschen-dem Wind mein Gepäck ein und mache mich – ausgestattet mit einem Navi und sicherheitshalber auch mit den neuesten Karten auf den Weg zu dem Agriturismo in Santa Venerina, bei dem ich ein Zimmer gebucht habe. Unterwegs geht die sizilianische Welt unter, es gießt, ist neblig, die Straßen haben sich in Flüsse verwandelt, mein Fiat weigert sich allerdings beharrlich, die Gestalt und Eigenschaften eines Schiffes anzunehmen. Kein Mensch ist auf der Straße. Das Wetter in Sizilien ist so schlecht, dass man mir am anderen Tag berichtet, dass die Wetterlage in Sizilien mehrmals Thema in den deutschen Nachrichten war. Sogar mein Sohn ruft mich besorgt an .... Dennoch schlafe ich nach einem wie immer guten sizilianischen Abendessen hervorragend in der Casa di Pippinitto. Cesare – der Eigentümer – hat mir den Pelletofen angezündet, es ist warm, ich fühle mich wohl und freue mich auf den nächsten Tag.
Die Casa di Pippinitto am nächsten Morgen .... die Sonne scheint. Wie schön ist Sizilien!




Sonntagmorgen hat sich das Wetter beruhigt – so schnell geht das in Sizilien, man braucht sich keine Sorgen zu machen, dass es 14 Tage lang regnet...

Am Sonntagmorgen schaue ich mir den Agriturismo La Rocca della Rosa in Zafferana an. Er gefällt mir, mir gefallen vor allem auch die jungen Leute, Maria und Franz, die – seit ein paar Monaten frisch verheiratet -­ den Betrieb führen, gute und neue Ideen haben und sehr gastfreundlich und aufgeschlossen sind.

Schöne, saubere Zimmer, gute, sizilianische Küche – Marias Mama kocht -­, ein traumhafter Blick auf den Ätna, selbst angebautes Gemüse, Bio-­Olivenöl, ein großes Loch für den künftigen Pool, Maulbeerbäume, Glyzinien, die im Frühling mit Mandel-bäumen um die Wette eifern, der Hühnerstall mit Franziska, einem großen, prallen Huhn und einer Gruppe von „sizilianischen“ Hühnern, deutlich kleiner, feiner und eine separate eigene Hühnergruppe bildend, ein paar jungen Hunden ...... ein kleines Paradies in Zafferana.

Mittags habe ich eine Verabredung mit einem Schweizerpaar in Pozzillo, einem kleinen Dorf an der Ostküste, noch sehr ursprünglich mit einem kleinen Hafen. Zora und Franz führen ein elegantes, sehr schönes B&B in einem großen Palazzo direkt am Meer. Heute ist das Meer molto „mosso“ (bewegt), wie man das Mittelmeer nur ganz, ganz selten sieht. Bis zu fünf Meter hohe Wellen klatschen an die schwarzen Lavafelsen, es ist sehr beeindruckend. Selbst Franz steht staunend auf der Terrasse und schaut den Wellen zu. Die Zimmer sind sehr großzügig, mit viel Geschmack und Liebe eingerichtet. Noch großzügiger als die Zimmer sind allerdings die Terrassen (200 qm, 120 qm groß). Franz erzählt, dass er sehr gerne für seine Gäste kocht und direkt am kleinen Hafen unmittelbar neben dem Palazzo frische Fische kaufen kann.
Leider muss ich weiter, denn seine Küche hätte ich zu gerne mal probiert.



Franz in seinem Element.....

Mein kleiner Mietwagen steht am Hafen von Pozzillo. Dort stehen heute besonders viele Männer und schauen Richtung Meer. Meist ist das Meer glatt wie ein Kinderpopo. Heute ist das anders – der kleine Hafen ist verschmutzt bis zur kleinen Piazza.

Am Hafen von Pozzillo sieht es normalerweise schöner aus


Auf der Rückfahrt zu meinem Quartier in Santa Venerina sehr ich einen Straßenverkäufer, der die bekannten saftigen, sizilianischen Blutorangen, die hier am Ätna wachsen, für 0,59 € das Kilo anbietet.



Am besten, man reist nach Sizilien mit einem großen, leeren Lkw, damit man all die guten Sachen mit nach Hause nehmen kann - Olivenöl, Orangen, Mandeln, Marzipan, dolci, carciofi. arancini und und und ..
Am nächsten Tag lerne ich Francesco, einen jungen Sizilianer, und seine Mutter kennen. Beide führen in Torre Archirafi eine wunderschöne, gepflegte Anlage mit mehreren Ferienwohnungen führt. Selten habe ich in Sizilien so eine gepflegte Anlage gesehen, wie diese. Dabei beteuern die Beiden immer wieder, dass ja jetzt keine Saison ist und sie mit Renovierungsarbeiten beschäftigt sind, dass ich im Frühling nochmals kommen soll, denn dann wäre alles viel schöner.... Mich hat die Anlage, die Wohnungen und vor allem auch die Eigentümer überzeugt. Hier fühlt man sich wohl, hier ist es ruhig, eine kleine Oase.
Immer wieder beeindruckend der Blick auf den Ätna und das Meer




Und überall duften die blühenden Mandelbäume um die Wette



Am schönsten blühten die Mandelbäume um den Agriturismo Busulmona, der hoch über Noto liegt und auf gestresste Gäste wohltuend und erholsam wirkt.



Am Samstag, dem 08. Februar fliege ich leider wieder von Catania ab. Verzweifelt suche ich unter Zeitdruck den Parkplatz des Mietwagenanbieters. Der Flughafen ist zwar ausgeschildert, ab und an auch mal der parcheggio rent a car, aber leider finde ich trotzdem nicht die Einfahrt. Ich frage einen Gemüsehändler an einer Straßenecke, er schickt mich in zwei Richtungen – parcheggio dappertutto - der Parkplatz ist überall! Auch mein Navi irrt mit mir in der Gegend rum und findet nicht zu meinem Ziel. Zum Glück treffe ich endlich einen Polizisten, der mir den richtigen Weg erklärt. Erleichterung macht sich breit.
Mein Auto gebe ich ohne neue Beulen ab, räume den Kofferraum leer und denke „Oje, ist mein Koffer schwer“. Überall habe ich Orangen, Zitronen, Cedri, Limoncello, Pasta di mandorla und andere gute Sachen geschenkt bekommen. Ich lasse eine ältere Lederhandtasche bei dem Servicemitarbeiter des Mietwagenbüros – der freut sich und ich habe 500 Gramm in Catania gelassen. Schauen wir mal.....
Das Flugzeug fliegt fast pünktlich gegen 17:30 Uhr ab. Es dämmert bereits. Der „Mongibello“ bereitet mir einen wunderbaren, aber schweren Abschied von der Insel. Er ist schneebedeckt, man erkennt sehr gut die schwarzen, erkalteten Lavaströme und alle paar Sekunden sieht man ein kleines „fuoco“ – von der Ferne sieht es aus, als ob jemand immer wieder ein Feuerzeug zündet. Schade, dass ich zurückfliege und dieses Naturschauspiel nicht aus der Nähe sehen kann.
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